Baby und/oder Job

Familie oder Karriere? Oder alles unter einem Hut?

 

Der gesetzliche Mutterschutz sieht vor, dass Mütter acht Wochen nach der Geburt ihres Kindes keine Erwerbstätigkeit ausführen und dennoch das volle Gehalt weiter beziehen. Für Mütter von Mehrlingen oder nach Frühgeburten gilt dies sogar bis zur 12. Woche. Anschließend hat die Arbeitnehmerin das Recht auf unbezahlte Beurlaubung bis zum 3. Lebensjahr ihres Kindes. Entscheidet sie sich, wie die meisten Mütter, in dieser Zeit für eine Teilzeittätigkeit, muss der Arbeitgeber diesem Wunsch stattgeben.

 

Um Müttern eine größere Freiheit bei der Entscheidung, ob und wann sie in den Beruf zurückkehren möchten, zu ermöglichen, wurde zum 01. August 2013 das politische sehr umstrittene Betreuungsgeld eingeführt. Mütter, die sich bewusst gegen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit entscheiden, erhalten 150,- € monatliche Unterstützung vom Staat. Wer das Geld nachweislich für die Ausbildung des Kindes anlegt, bekommt einen zusätzlichen Zuschuss von 15,- €.

 

Nicht nur für Arbeitgeber, sondern auch für Mütter, ist der langfristige Ausfall ein Risiko. Insbesondere hochqualifizierte Frauen befürchten, dass sie den Anschluss an die fachlichen Entwicklungen ihrer Branche verlieren. Einige Firmen zahlen einen Kinderbetreuungszuschuss um Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten zu sparen. Dieses steuerfreie “Anti-Betreuungsgeld” variiert je nach Firma und Anstellung zwischen 30,- € und 600,- €. Führt der Arbeitgeber einen eigenen Firmenkindergarten, können Säuglinge sogar weiter von der Mutter gestillt werden. Einige Arbeitgeber bieten flexible Arbeitszeiten für Mütter an oder entwickeln besondere “Mütterdienste”, die sich familienfreundlich in den Schichtdienst einbinden lassen.

 

Wer sich entscheidet voll- oder teilzeitig die Arbeit wieder aufzunehmen, dem stehen eine Vielzahl unterschiedlicher Betreuunsmodelle für die Kleinen und Kleinsten zur Verfügung. Neben dem klassischen Kindergarten, mit einer Halbtags- und geteilten Ganztagsbetreuung, bieten Kindertagesstätten auch eine durchgehende Versorgung, inklusive Mittagessen und Mittagsschlaf an. Auch die Öffnungs- und Schließzeiten orientieren sich immer mehr an den Bedürfnissen berufstätiger Eltern. Tageseltern bieten häufig an, die Kinder zuhause abzuholen oder betreuen diese sogar in der familiären Wohnung.

 

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